suisse.ing Stiftung
Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der Neustrukturierung der Stiftung.
Bekanntlich muss die Stiftung gestützt auf das neue Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) als gebundene Versicherungsvermittlerin qualifiziert werden. Wie im letzten Jahr berichtet, musste aus diesem Grund die langjährige Zusammenarbeit mit der als ungebundene Versicherungsvermittlerin tätigen SRB Assekuranz Broker AG beendet werden.
Neuorganisation
Als dauerhafte Lösung hat der Stiftungsrat entschieden, die operativen Tätigkeiten selber zu übernehmen, also ein «In-Sourcing» vorzunehmen. Seit März 2025 verfügt die Stiftung nun über eigenes Personal. Mit David Tavani konnte eine versierte Fachperson gefunden werden. Er hat per 1.1.2026 die Rolle des Geschäftsführers übernommen und damit die Nachfolge von Heidi Spinner angetreten. Die Stiftung schätzt sich glücklich, dass Heidi Spinner auch im Jahr 2026 weiterhin für die Stiftung tätig sein wird, diesmal als Mitarbeiterin in einem Teilzeitpensum. Darüber hinaus hat per 1.1.2026 auch Arbnesa Hoti als Versicherungsfachfrau ihre Tätigkeit bei der Stiftung aufgenommen. Sie hat bereits bei ihrer früheren Arbeitgeberin, der SRB, in einem reduzierten Pensum für die Stiftung gearbeitet. Schliesslich konnten an der Baarerstrasse 94 in Zug Büroräumlichkeiten gemietet werden, welche seit dem 1.1.2026 als Geschäftssitz dienen. Die Ablösung von der SRB ist damit abgeschlossen.
Marktumfeld
Gegenwärtig muss akzentuiert von einem risikoaversen Marktverhalten aller Versicherungen ausgegangen werden. Dies zeigt sich insbesondere in der Schwierigkeit, bei grossen Infrastrukturvorhaben eine Versicherungsdeckung für Planer auf dem Markt zu erhalten. Wenn noch eine Lösung erhältlich ist, dann zu deutlich höheren Prämiensätzen bei gleichzeitig kleineren Leistungen und Laufzeiten. Das Problem wurde mit diversen Stakeholdern (Verband) und Bauherren aufgegriffen. Diese Gruppe ist bei der KBOB vorstellig geworden. Reaktionen sind noch keine bekannt.
Das Thema der Projektpolicen ist auch beim Stiftungsrat präsent und Thema bei jedem Zusammentreffen mit der Zurich. Der Stiftungsrat hat seine Datenbestände präzise aufgearbeitet. Die Zurich anerkennt die Tendenz, dass das Rendement von Projektpolicen mit suisse.ing-Destinatären positiver ausfällt. Angesichts der begrenzten Anzahl solcher Projektpolicen stellt sich dabei aber immer die Frage, wie belastbar diese Aussage statistisch ist.
Eine elegante Lösung bei IGs unter Destinatären ist zumeist die Deckung des Bauvorhabens via Kollektivvertrag. Hier ist es im Berichtsjahr mehrfach gelungen, eine zunächst verfahrene Situation mit einer guten Lösung zum Abschluss zu bringen. suisse.ing-Destinatäre geniessen somit im gegenwärtigen Marktumfeld einen klaren Vorteil gegenüber Nicht-Destinatären.
Zu den Fakten des Jahres 2025
Versicherungen
Der Mitgliederbestand der versicherten Betriebe verzeichnete per 31. Dezember 2025 insgesamt 445 Unternehmungen (Vorjahr 448). Das Prämienvolumen (Grund- und Zusatzversicherung) betrug CHF 12.59 Mio. (Vorjahr CHF 11.71 Mio.). Das Prämienvolumen ist provisorisch, da sich der Betrag durch die Schlussdeklarationen der Destinatäre noch ändert. Bei den Ingenieurgemeinschaften lag das Prämienvolumen – unter dem Regime des alten Vertrages – bei CHF 0.16 Mio. (Vorjahr CHF 0.22 Mio.). Unter dem neuen Rahmenvertrag kamen noch einmal CHF 1.35 Mio. (Vorjahr CHF 1.25 Mio.) hinzu, so dass das Total der IG-Prämien CHF 1.51 Mio. (Vorjahr CHF 1.47 Mio.) betrug. Das Niveau konnte somit trotz widrigem Marktumfeld auf gutem Stand gehalten werden und unterstreicht die Attraktivität des suisse.ing-Modells.
Schadenfälle
Im vergangenen Jahr wurden 185 Schadenfälle (Vorjahr 204) angemeldet. Davon entfallen 126 auf das Jahr 2025. 59 Fälle sind Nachmeldungen aus den Vorjahren. 17 Fälle aus dem Jahr 2025 konnten mit einer Schadenssumme von CHF 80’065.50 bereits abgeschlossen werden. Die Fluktuation bewegt sich aus Sicht des Stiftungsrates im üblichen Rahmen.
Neben der Bearbeitung von Schadenfällen ist weiterhin die haftpflicht- und vertragsrechtliche Rechtsberatung der suisse.ing Stiftung ein entscheidender Vorteil für die suisse.ing-Destinatäre. Die Beratung wirkt insbesondere auch präventiv und im Vorfeld der eigentlichen Schadenbearbeitung.
Publikationen
Im September 2025 erschien eine weitere Ausgabe der Merkblatt-Reihe «attention!». Diesmal zum Thema «Überdimensionierung» erarbeitet von Dr. Thomas Siegenthaler.
Sitzungen des Stiftungsrates und dessen Arbeitsgruppen
Im Jahr 2025 fanden zwei Sitzungen (März und Dezember) des gesamten Stiftungsrates statt. Die Arbeitsgruppe «Schadenprävention/Qualitätssicherung» führte drei Sitzungen durch (davon zwei per Videokonferenz). Zudem traf sich die Arbeitsgruppe «Schadenanalyse» zu drei Tagessitzungen mit Vertretern der Zurich. Ab September wurden den versicherten Büros die neuen ab 1. Januar 2026 gültigen Versicherungsunterlagen (u.a. Versicherungsnachweis, Policenspiegel, Allgemeine Vertragsbedingungen usw.) per E-Mail zugestellt.
Prämienrückerstattung – Bonusreglement
Die Zahlung der Prämienrückerstattungen 2025 erfolgte im November 2025.
Dank
Ein herzlicher Dank soll an dieser Stelle alle Mitglieder des Stiftungsrates für ihr tatkräftiges Engagement über das ganze Jahr erreichen. Ein spezieller Dank geht an Heidi Spinner. In ihrem letzten Jahr als Geschäftsführerin der suisse.ing Stiftung hat sie nicht nur mit Umsicht die Neuorganisation der Stiftung entscheidend geprägt, sie hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass wir den Einstieg von David Tavani als neuen Geschäftsführer ab 1.1.2026 und seine Einarbeitung ab März 2025 so gut meistern konnten. An David Tavani geht schliesslich ebenfalls ein herzliches Dankeschön für sein Engagement für unsere Sache und ich wünsche ihm einen guten Start in seiner neuen Funktion ab 2026.
Mögen alle suisse.ing- und Versicherungs-Mitglieder ein positives, erfolgreiches Jahr 2026 durchlaufen!
Dieter Flückiger, Präsident der suisse.ing Stiftung